Vorher: bis 1947

In den 1940er Jahren herrschten unterschiedliche Produktionssysteme und Drehbuchautoren besaßen demnach unterschiedlich viel Entscheidungsrecht über ihre Drehbücher.  Es gab kaum noch Produktionen in denen ein Produzent vorherrschend alle Entscheidungen traf wie im Central Producer System. Die meisten Studios arbeiteten im Producer Unit System in dem mehrere Produzenten an einem Film arbeiteten. Des Weiteren gab es das Committee System in dem ein Komitee gemeinsam alle Entscheidungen traf.

Ein weiteres Phänomen der 1940er Jahre war das Arbeiten eines Hyphenate (Bindestrich) als Leiter einer Unit. Dieser erfüllte neben der Aufgabe des Produzenten auch beispielsweise noch die eines Autors, so wurde aus ihm ein „Autor-Produzent“. Dies gab dem Autor mehr künstlerische Freiräume. In den 1940er Jahren gingen viele der jetzt als innovativ geltenden Filme auf Bindestrich-Produktionen zurück.

MGM war eins der wenigen Studios, das nach dem Krieg auf das Central Producer System zurückging.

Bis 1948 teilten sich die großen Studios den Markt unter sich auf in dem sie ihre Filme im Packet an die Kinos verkaufte. Das Justizministerium reichte jedoch eine Klage gegen das so genannte „Blockbooking“ ein und schaffte so den Einzelverkauf von Filmen. Damit erreichten sie, dass weniger aber dafür teurere Filme produziert wurden. Die Zahl der unabhängigen Produzenten nahm zu. Nach dem zweiten Weltkrieg ließen sich die erfolgreichsten Filme auf unabhängige Produzenten zurückführen.

KONTROLLINSTANZEN

Um die Inhalte der in Hollywood produzierten Filme zu überprüfen gab es mehrere Organisationen die die Filme vor ihrer Veröffentlichung kontrollierten.

Die Production Code Administration (PCA) war eine offizielle staatliche Einrichtung zur Kontrolle von Filmen. Ihr Chef Joe Breen war Antisemit und ein Sympathisant der rechtsextremen Politik Francos. Die PCA war die einzige Kontrolleinrichtung in Hollywood die bereits die Drehbücher zu lesen bekam.

Mit dem zweiten Weltkrieg kam mit dem Office of War Information (OWI) eine weitere Kontrollinstanz von außerhalb der Filmindustrie hinzu. Das OWI sollte dafür sorgen, dass Filminhalte trotz des Krieges liberal blieben und nicht etwa rassistisch gegen Deutsche und Japaner vorgingen. Die OWI beschäftige sich zwar nur mit Kriegsfilmen, jedoch machten diese zu Zeiten des Kriegs ein Drittel des Marktes aus. Das OWI konnte zwar innerhalb des Landes nur gegen Filme mit rassistischem Inhalt Einspruch erheben, verfügte jedoch vollständig über die Entscheidung ob ein Film ins Ausland verkauft werden durfte. Mit Ende des zweiten Weltkriegs wurde das OWI wieder abgeschafft.

Auch das Bureau of Motion Pictures (BMP) befasste sich mit den Filmen Hollywoods und stimmte in seiner liberalen Haltung mit dem OWI überein. So kam es, dass BMP und OWI zu weilen Wünsche äußerten die das Gegenteil derer der PCA darstellten.

Das BMP äußerte 1942 den Wunsch auch bereits Drehbücher lesen zu dürfen und machte sich unbeliebt als ihr Mitarbeiter Nelson Pointer eigene Szenen für das Drehbuch schrieb. Ganz Hollywood war empört, so dass Pointer den Wunsch revidierte.

Als die Kinokassen weniger Geld einnahmen fand 1947/48 ein Wechsel von adaptierten Theaterstücken zu Originaldrehbüchern statt, da diese günstiger waren. So waren 1949 bereits 70% der Drehbücher Original Drehbücher.

1927 wurde die Academy of Motion Picture Arts and Sciences gegründet, die sich als Gewerkschaft verstand und jeweils eine Abteilung für Techniker, Autoren, Schauspieler und Regisseure besaß. Da sie jedoch von den Hollywoodstudios und somit vom Arbeitgeber selbst gegründet und gehandhabt wurde, setzte sie sich nicht für die Rechte ihrer Gewerkschaftler ein, wenn dies Nachteil für die Produzenten bedeutete. Sie verzögerte die Gründung einer unabhängigen Gewerkschaft. Als die Academy nach dem Börsenkrach 1929 zustimmte, die Gehälter von Drehbuchautoren um 50% zu kürzen, verlor sie ihren Ruf als Gewerkschaft endgültig, vor allem da öffentlich bekannt war, dass die Produzentengehälter konstant blieben.

Drehbuchautoren in Hollywood bekamen eine durchschnittlich gute Bezahlung, genossen jedoch wenig Sicherheiten. So gab es keine Mindestgehälter und keine Mindestdauer der Beschäftigung. In kleinen Studios wurde die Beschäftigung nicht einmal mit einem schriftlichen Vertrag gesichert. Autoren durften ohne ihre Zustimmung von Studio zu Studio verliehen werden. Zudem gab es keine Bedingungen für eine Kündigung, so dass ein Autor einfach gefeuert werden durfte, ohne dass sein Name in den Credits erschien.

SCREEN WRITERS GUILD

Drehbuchautoren manifestierten 1933 gemeinsame Forderungen und ließen die bereits 1920 gegründete Screen Writers Guild (SWG) neu aufleben. Noch im selben Jahr wechselten viele Autoren von der Academy zur Screen Writers Guild so dass sie Ende des Jahres 640 neue Mitglieder hatte. Die Forderungen der Screen Writers Guild bezogen sich auf die allgemeine Lage der Autoren in Bezug auf Gehälter und Sicherheit einer Anstellung so wie auf den Einfluss der Studios über ihre Arbeit.

Erstes Ziel der Forderungen war jedoch als offizielle Vertretung der Drehbuchautoren anerkannt zu werden und ein Verhandlungsmandat zu bekommen.

1941 reagierte MGM als erstes auf die Forderungen der Screen Writers Guild und änderte seine Produktionsweise in Unit System Production. Die anderen Studios folgten. Die SWG und die Studios einigten sich auf Mindestgehälter und einheitliche Verträge. Auch die Namensnennung in Credits wurde von nun an der SWG übertragen. Die Einigung beinhaltete allerdings die Klausel, dass sie SWG nicht streiken durfte. Streiks gab es trotzdem vor allem in Zeiten von Neuverhandlungen mit den Studios.

SCREEN PLAYWRIGHTS

Eine Gruppe konservativer Autoren spaltete sich 1936 von der SWG ab und gründete die Screen Playwrights, Inc. (SP). Im Gegensatz zur SWG wurde hier nur aufgenommen wer den hohen Mitgliedsbeitrag zahlen und bereits in drei Filme Credits aufweisen konnte. Die Gründung erfolgte unter Mithilfe der Studios, die somit Einfluss auf die Drehbuchautoren ausüben konnten.

Als ein Artikel der SWG die Drehbuchautoren aufforderte mit den Studios keine Verträge mehr abzuschließen die über den 2.5.1938 hinausgingen, damit sie ab diesem Zeitpunkt legal streiken konnten, äußerten sich die SP dagegen. Die Studios reagierten auf die Streikdrohung mit längerfristigen, attraktiven Vertragsangeboten und drohte gleichzeitig Gewerkschaftler der SWG nicht mehr zu beschäftigen. Im Gegensatz zur SWG die nicht als offizielle Gewerkschaft bei den Studios anerkannt wurde, gestanden die Studios Mitgliedern der SP Reaktion auf Forderungen zu, die auch auch von der SWG gefordert wurden.

Mit Hilfe einer Klage wurde die SWG jedoch im August 1938 zur offiziellen Vertretung der Drehbuchautoren anerkannt und zwangen die Studios die Verhandlungen aufzunehmen.

Aktivisten und Mitglieder von SWG wurden seit jeher als Kommunisten bezeichnet. So gab es bereits in den 30er Jahren die Vermutung, dass vor allem bei MGM und Fox eine Liste gegen SWG-Aktivisten gab, die bei den Studios keine Anstellung mehr bekommen sollten.

INHALTIn Kriegszeiten konnte man weniger Happy Endings und sozial relevante Themen verorten. Allgemein fand eine realistischere Darstellung von Rasse, Klasse und Geschlecht statt. So veränderte sich das Frauenbild in den Kriegsjahren durch die plötzliche Arbeitstätigkeit der Frauen. Die Inhalte der Filme passten sich an die Politik an. In den Kriegsjahren sah man häufig einen individuellen Held der sich zu Gunsten der Gemeinschaft opferte. Hinzu kamen Themen wie Verlust, Opfer und der Umgang mit dem Tod. Weniger oft war das Liebespaar zu sehen.

Lynn Kläs


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