Blood On The Sun (1945)

Gepostet am Aktualisiert am

United Artists, USA

98 Min. s/w

Regie: Frank Lloyd

Produzent: William Cagney

Drehbuch: Lester Cole, Garrett Ford

Darsteller: James Cagney (Nick Condon), Sylvia Sidney (Iris Hilliard), Porter Hall (Arthur Bickett), John Emery (Premier Giichi Tanaka), Robert Armstrong (Colonel Hideki Tojo), Wallace Ford (Ollie Miller), Rosemary DeCamp (Edith Miller)

Der amerikanische Journalist Nick Cagney lebt und arbeitet im Tokyo der 1930er Jahre. Als er einen Artikel veröffentlicht, der verrät, dass die japanische Regierung die politische Machtübernahme der Welt plant, gerät er ins Visier der japanischen Geheimpolizei. Diese sind auf der Suche nach einem Dokument, das belegen kann was die Regierung plant. Kurz vor ihrer gemeinsamen Abreise nach Amerika findet Nick Edith, die Frau seines Freundes Ollie Miller, ermordet auf und sieht eine Frau vom Tatort fliehen. Zu Hause angekommen erwartet ihn Ollie, der im Sterben liegt und Nick kurz vor dem Eintreffen der Geheimpolizei den Tanaka-Plan, das gesuchte Dokument, anvertraut. In letzter Minute versteckt Nick den Plan und wird danach abgeführt. Als er wieder bei sich zu Hause eintrifft, ist das Dokument verschwunden und die Polizei steht schon wieder vor der Tür. Diese bringen ihn zu Premier Tanaka persönlich, der Nick unter Druck setzt den Plan freizugeben. Als dieser sich weigert, setzt Tanaka die attraktive Iris auf Nick an um zu bekommen was er will. Obwohl Nick zunächst misstrauisch ist, lässt er sich nach und nach doch auf Iris ein und verfällt ihr. Es stellt sich jedoch heraus, dass Iris die Frau vom Tatort des Mordes an Edith Miller ist und Nick konfrontiert sie mit den Anschuldigungen. Iris kann Nick jedoch davon überzeugen eine der Guten zu sein. Sie ist es auch, die den Tanaka-Plan aus Nicks Haus entwendet hat, um ihn den Politikern der japanischen Regierung zukommen zu lassen, die den Frieden wollen. Tanaka kommt Iris auf die Schliche und die Lage spitzt sich zu. Nick soll Japan verlassen und Iris ist verschwunden. Mittels einer geheimen Nachricht nimmt Iris Kontakt zu Nick auf und die beiden treffen sich mit einem der verbündeten Politiker, der das Dokument beglaubigt. Als die Geheimpolizei eintrifft überschlagen sich die Ereignisse und Iris flieht über den Seeweg. Nick versucht die Verfolger aufzuhalten und flüchtet in Richtung Amerikanische Botschaft, wo er von den Gegnern schon erwartet wird. Sie eröffnen das Feuer und als Nick zu Boden geht suchen sie lediglich nach dem Dokument, das Iris jedoch vor ihrer Flucht an sich genommen hat.Bild

Der Schwarz-Weiß-Film aus dem Jahr 1945 ist ein Thriller, der auf dem „Tanaka Memorial“ Dokument basiert, welches 1927 entstand und die Pläne des Premiers Tanaka Giichi, die Weltherrschaft zu übernehmen, beschrieb. Die Ästhetik des Werks erinnert stark an Film Noir:  Die Kulisse ist das düstere und übervolle Tokyo der 1930er Jahre und der „Antiheld“ Nick Cagney gerät durch Zufall in die Machenschaften zwielichtiger Politiker, die ihn jagen. Um die Geschichte zu verdichten, tritt die „Femme fatale“ , von der man nicht immer sagen kann ob ihre Absichten gut oder schlecht sind, in Szene. Alles wirkt kalt, düster und unberechenbar. Eine Welt die keine Regeln kennt und von Willkür regiert wird. Kann es da Zufall sein, dass der Hauptdrehbuchautor Lester Cole ist, einer der Gründer der „Screenwriters and Authors Guild“ und Mitglied der Kommunistischen Partei in Amerika, sowie ein aktive Mitglied der „Hollywood Anti-Nazi League“.

Obwohl Lester Cole das Drehbuch zu Blood In The Sun schrieb, bevor er  vor der HUAC aussagen musste, erkennt man anhand der politischen Situation, die im Film geschildert wird, seine Ansichten. Cole war bekannt dafür weit links außen politisch aktiv zu sein und so liegt die Vermutung nahe, dass es sich bei der Darstellung von politischen Machtverhältnissen und Korruption um ein subtiles Statement handelt. Die Machenschaften der japanischen Regierung im Film, lassen sich auf die politische Atmosphäre, in der sich Cole bewegte, ummünzen. Hier kann man einerseits von den Strategien der Nationalsozialisten vor und während des zweiten Weltkriegs, sowie auch von der Unterdrückung durch die HUAC, ausgehen. Es wird klar ersichtlich ein Ohnmachtsgefühl gegenüber politischen Mächten, welches Cole mittels seiner Tätigkeit als Drehbuchautor thematisieren wollte, dargestellt.

Cole wurde 1947 vom „Komitee für unamerikanische Umtriebe“, wie die HUAC zu Deutsch heißt, vorgeladen. Da er sich zusammen mit anderen Filmschaffenden weigerte eine Aussage zu machen, wobei er sich auf den ersten Zusatzartikel der amerikanischen Verfassung berief, wurde er zu einer Geldstrafe und einem Jahr Gefängnis verurteilt. Die gemeinsame Aktion mit  Alvah Bessie, Herbert Biberman, Albert Maltz, Adrian Scott, Dalton Trumbo, Edward Dmytryk, Ring Lardner Jr., Samuel Ornitz und John Howard Lawson ging in die Geschichte unter den Namen „The Hollywood Ten“ ein. Da Cole von da an in Hollywood auf der schwarzen Liste stand, ging er nach seiner Entlassung nach England und arbeitete von dort aus. Ein paar seiner Bücher veröffentlichte er unter einem Pseudonym oder ließ sie von Freunden veröffentlichen. Als er in die USA zurückkehrte ging dies so weiter, jedoch veröffentliche er auch einige Drehbücher die er in Kollaborationen schrieb, unter seinem Namen.

Literatur:

Booker, Keith M.: Historical Dictionary of American Cinema. Lanham, Maryland:Scarecrow Press Inc., 2011; S.177 ff.; S. 217

Georgakas, Dan: The Hollywood Blacklist. In Modern American Poetry, University of Illinois Press. 1992, http://www.english.illinois.edu/maps/mccarthy/blacklist.html; Zugriff 18.06.2013

Eintrag zu Blood On The Sun auf IMDB: http://www.imdb.com/title/tt0037547/; Zugriff 18.06.2013

Eintrag zu Hollywood Ten auf Wikipedia: http://en.wikipedia.org/wiki/Hollywood_Ten#The_Hollywood_Ten; Zugriff 18.06.2013

Eintrag zu Lester Cole auf Spartacus Eductional: http://www.spartacus.schoolnet.co.uk/USAcoleL.htm; Zugriff 18.06.2013

Eintrag zu Tanaka Memorial auf Wikipedia: http://en.wikipedia.org/wiki/Tanaka_Memorial; Zugriff 18.06.2013

Autor: Shirin Pegler (1108634)

Redaktion: Elisabeth Weissensteiner

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