Planet of the Apes (1968)

Gepostet am Aktualisiert am

USA, 112 min.
Regie: Franklin J. Schaffner
Drehbuch: Michael Wilson, Rod Serling
Produktion: Arthur P. Jacobs
Musik: Jerry Goldsmith
Kamera: Leon Shamroy
Schnitt: Hugo S. Fowler
Besetzung: Charlton Heston (George Taylor), Roddy McDowall (Dr. Cornelius), Kim Hunter (Dr. Zira), Maurice Evans (Dr. Zaius), James Whitmore (Präsident der Akademie), James Daly (Dr. Honorius), Linda Harrison (Nova)

Nachdem der Astronaut George Taylor mit seinem Forschungsteam zur Erkundung des Weltalls 1972 aufgebrochen ist, erwachen diese nach 18 Monaten aus dem künstlichen Tiefschlaf. Sie müssen notlanden und kommen zurück zur Erde, was ihnen jedoch nicht bewusst ist, da dort aufgrund der Zeitdilatation  schon über 2000 Jahre vergangen sind. Bei der Erforschung des Landes stoßen Taylor und seine Kollegen auf Menschen, welche wie Affen leben. Sie werden von Affen, die sich wie Menschen verhalten, überrascht und zusammen mit den hiesigen Menschen gefangen genommen und getrennt. Es stellt sich heraus, dass die Affen die Vorherrschaft haben und die Menschen wie Sklaven halten. Die Tierpsychologin Dr. Zira und ihr Verlobter, der Archäologe Dr. Cornelius bemerken, dass Taylor sich durch seine Intelligenz von den übrigen Menschen unterscheidet, und versuchen ihm zu helfen. Dabei werden die zwei jedoch der Ketzerei angeklagt und müssen fliehen. Sie finden in einer Höhle Beweise dafür, dass schon lange vor den Affen eine hoch entwickelte Kultur unter den Menschen herrschte.  Dr. Zaius, der die Vorherrschaft der Affen gefährdet sieht, lässt die Höhle sprengen und vernichtet somit die Beweise. Dr. Zira und Dr. Cornelius müssen sich ihrer Anklage stellen, während Taylor sich weiter auf die Reise begibt und am Ende schließlich erkennt, dass er sich auf der Erde befindet.

Durch die Verwendung vieler Action-Szenen und das Science-Fiction-Genre konnte man den Film nach außen hin als unpolitisch abstreiten, jedoch ist „Planet of the Apes“ in vielen seiner Aussagen sehr politisch. Verantwortlich dafür war vor allem Drehbuchautor Michael Wilson, der das zuvor verfasste Drehbuch von Rod Sterling umschrieb und dabei hauptsächlich die Dialoge völlig neu konzipierte. Beschuldigt ein Sympathisant der Kommunisten zu sein wurde er einem Verhör des House Un-American Activities Committee unterzogen. Seine Weigerung Namen möglicher Kommunisten unter seinen Kollegen zu nennen bedeutete dann vorerst ein Ende seiner Karriere. Unter den sogenannten Hollywood Ten gelandet, war es für Wilson beinahe unmöglich unter seinem richtigen Namen einen Job in Hollywood zu bekommen. Daraufhin zog er nach Frankreich um dort für die europäische Filmindustrie zu arbeiten, schrieb jedoch weiterhin unter einem Pseudonym für Hollywood. So erhielt er für seine Arbeit bei „The Bridge on the River Kwai“ (1957) erst nach seinem Tod die nötige Anerkennung. Ebenso wurde ihm sein Werk bei „Lawrence of Arabia“ (1962) zuerst nicht zugesprochen, sondern er erhielt erst nachträglich die Auszeichnung für seine Mitarbeit an dem Drehbuch. „The Sandpiper“ (1965) war, nach seiner Rückkehr in die U.S.A., der erste Film bei dem er wieder unter seinem eigenen Namen mitarbeitete. 1968 folgte dann „Planet of the Apes“. Hier lassen sich Parallelen zu seinen eigenen Erfahrungen aus der Zeit der McCarthy-Ära finden. Ein sehr deutliches Beispiel dafür bietet die Tribunal-Szene, als Taylor keine Möglichkeit bekommt sich dem Gericht gegenüber zu verantworten, ähnlich wie Wilson während seiner Verhöre.

Der Schwerpunkt des Films liegt mehr auf den Problemen des Menschen, also auf Gesellschaftskritik, als auf denen des Affen. So ist der Mensch des realen Lebens den Affen des Filmes näher, als den Menschen darin. Taylor steht dem Menschen von Anfang an sehr kritisch gegenüber und ist der Meinung, dass dieser sich selbst das größte Übel ist. Dies stellt sich als Wahrheit heraus, da die Menschen durch einen Atomkrieg ihre Zivilisation vernichteten und die Erde selbst zerstörten. Unter den Affen herrscht eine strikt hierarchische Gesellschaftsordnung, an deren Spitze die Orang-Utans, dann die Schimpansen und an letzter Stelle die Gorillas stehen. Auch das Verhalten der Affen untereinander ist darauf abgestimmt, so ist die Meinung der Orang-Utans über die Schimpansen, beziehungsweise Gorillas nicht sehr hoch und dies lassen sie sich auch anmerken. Diese Ordnung basiert auf theologischen Grundsätzen, welche unumstößlich sind und die Meinungsfreiheit der Affen einschränken, ähnlich wie zu Zeiten der Ketzerei. Auch das Fehlen von Gewaltenteilung führt zu Ungerechtigkeiten, so dass zum Beispiel die Wissenschaft der Religion untergeordnet ist. Eine weitere Parallele zum realen Leben findet man auch in der Anspielung auf eine Verleugnung der Evolutionstheorie von Darwin. Auch in den U.S.A. war diese Auffassung stark vertreten. Dass der Affe im Menschen ein niederes und primitiveres Wesen sieht, und somit auch Versuche an diesem rechtfertigt, ist vergleichbar mit dem Verhalten des Menschen gegenüber Farbigen während des Kolonialismus, beziehungsweise dem Verhalten des Menschen gegenüber Tieren, welche auch heute noch oft für Versuchszwecke missbraucht werden. Ganz klar wird hier für mich das Verhalten des Menschen gegenüber seinem Umfeld kritisiert. So ist der Zuschauer über das Verhalten der Affen schockiert, welche die offensichtliche Intelligenz Taylors aufgrund von wahllos aufgestellten Dogmen widerlegen, nur um die Überlegenheit ihrer eigenen Rasse nicht zu gefährden. Es ist ein sonderbares Bild, einen Menschen, der von einem Affen wie ein Tier behandelt wird, zu sehen. Doch würde man das genau entgegengesetzte Bild sehen, wäre es schon beinahe etwas Normales. Der Film basiert in dieser Hinsicht auf einem einfachen Rollentausch, bei dem das Verhalten oben genannter Lebewesen miteinander vertauscht wurde.

Aufgrund der überwiegend positiven Reaktionen wurden noch vier weitere Folgefilme gedreht. In „Beneath the Planet of the Apes“ (Ted Post, 1970) wird die Reise einer Gruppe, welche das verschwundene Team Taylors finden sollen, dargestellt. Die Geschichte ist hier sehr ähnlich, wieder helfen Zira und Cornelius den Menschen, welche unter der Vorherrschaft der Affen stehen. Auch die Aussage, der Mensch könne nichts anderes als zu zerstören findet man hier wieder. 1971 erschien dann „Escape from the Planet of the Apes“ (Don Taylor) in welchem die Situation umgekehrt ist. Zira, Cornelius und ein weiterer Affe finden sich auf der Erde wieder und werden schnell als zivilisierte Lebewesen anerkannt. Hier wird sehr deutlich, dass das Verhalten der Affen in den ersten beiden Filmen dem Verhalten der Menschen gegenüber Tieren gleicht, und sie sich somit keines Vergehens schuldig machen. „Conqueste of the Planet of the Apes“ (J. Lee Thompson, 1972) erzählt die Geschichte von Ziras Sohn Cäsar der unter Menschen aufwächst und seine Intelligenz verstecken muss bis er letztendlich die Affen zur Revolution bringt und die Menschen zu deren Untergebenen macht. Im letzten Teil der Reihe „Battle for the Planet of the Apes“ (J. Lee Thompson, 1973) leben die Affen und Menschen mehr oder weniger gleichberechtigt nebeneinander her, wobei die Menschen in ihrer Freiheit etwas eingeschränkt werden, aus Furcht sie könnten die Erde zerstören. Während einige Affen die Menschen wieder versklaven wollen, gelingt es Cäsar am Ende, das beide Arten friedlich nebeneinander leben können. Auch in diesen Filmen ist das Hauptthema stets der Unterschied zwischen Mensch und Affe und die daraus entstehenden Konflikte. Jedoch verlieren die gesellschaftskritischen Aussagen immer mehr an Wert.

Quellen
http://planetoftheapes.wikia.com/wiki/Michael_Wilson (20. 06.2013)
http://en.wikipedia.org/wiki/Planet_of_the_Apes_%281968_film%29 (20.06.2013)
http://planetoftheapes.wikia.com/wiki/Planet_of_the_Apes_%281968%29 (20.06.2013)
http://www.imdb.com/title/tt0065462/ (20.06.2013)
http://www.imdb.com/title/tt0067065/ (20.06.2013)
http://www.imdb.com/title/tt0068408/ (20.06.2013)
http://www.imdb.com/title/tt0069768/ (20.06.2013)
http://www.imdb.com/title/tt0063442/ (20.06.2013)

Autor: Janina Schwarz (1205392)
Redakteur: Manuel Beraha (0969246)

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s