I WALK ALONE (1947)

Gepostet am Aktualisiert am

USA 1947, 93 Minuten, schwarzweiß, FSK 16
Regie: Byron Haskin
Drehbuch: Charles Schnee, Robert Schmith (Adaption), John Bright (Adaption)
Produktion: Hal B. Wallis
Kamera: Leo Tover
Musik: Victor Young
Besetzung: Burt Lancaster [Frank Madison], Lizabeth Scott [Kay Lawrence], Kirk Douglas [Noll Turner], Wendell Corey [Dave], Kristine Miller [Alexis Richardson], Marc Lawrence [Nick Palestro], George Rigaud [Maurice], Mike Mazurki [Dan], Mickey Knox [Skinner]

Die Geschichte des Films basiert auf dem Bühnenstück „Beggars are coming to town“ von Theodore Reeves aus dem Jahr 1947. Der Film handelt von Frank Madison (Burt Lancaster), der nach einem 14 jährigen Gefängnisaufenthalt entlassen wird und bei seinem frühen Gangkollegen Noll Turner (Kirk Douglas) seinen rechtmäßigen Anteil der Beute einfordert. Beide haben damals eine Ladung Whisky über die kanadische Grenze geschmuggelt, jedoch trennten sie sich, um eine gemeinsame Festnahme zu umgehen. Frank, der das Auto fuhr, wurde verhaftet und Noll baute sich in der Zwischenzeit eine Existenz als erfolgreicher Nachtclubbetreiber auf. Mit Hilfe des gemeinsamen und treuen Freundes Dave (Wendell Corey) gelang es Noll, den gefangenen Frank zu hintergehen und ihn um seinen Anteil zu bringen.

John Bright, der Autor von PUBLIC ENEMY (1931) und TAXI! (1932), war für die Überarbeitung des Drehbuchs in Zusammenarbeit mit Robert Smith verantwortlich. Bright galt schon mit 13 Jahren als rechte Hand des Regisseurs und Drehbuchautors Ben Hecht. Währen seiner Arbeit mit Kubea Glasmon begegnete er dem berühmt berüchtigten Alphonso „Al“ Capone, der ihm genug Material und Ideen für seine künftigen Drehbücher gab. Er gründete die Gilde der Drehbuchautoren (WGA), die bis heute noch in der Hollywood Gemeinde aktiv ist. Auf Grund seiner kommunistischen politischen Einstellung flüchtete Bright in den frühen 50er Jahren nach Mexiko um einer Untersuchung des HUAC zu entkommen. Dies bewahrte ihn jedoch nicht davor geblacklisted zu werden. Ende der 50er Jahre kehrte er zurück und nahm seine Arbeit als Drehbuchautor wieder auf.

I WALK ALONE thematisiert nicht nur die Verbrechen von Schmuggelbanden zu Zeiten der Prohibition und universelle Themen wie Freundschaft und Verrat, sondern ebenso den gnadenlosen Kapitalismus und die Macht des Geldes. Dies erkennt man auch in den Liebschaften von Noll Turner. Seine Freundin Kay (Lizabeth Scott) arbeitet als Sängerin in seinem Nachtclub. Erst als er ihr gesteht, dass er die wohlhabende und gesellschaftlich gut angesehen Alexis Richardson (Kristine Miller) heiraten wird, er aber dennoch zu einem Verhältnis mit ihr nicht abgeneigt sei, öffnet dies ihr die Augen und trennt sich von ihm. Kay fühlt sich nun zu dem bodenständigen und ehrlichen Frank hingezogen, der ihr bei ihrem ersten gemeinsamen Abendessen von seinem Gefängnisaufenthalt erzählt. Kay: „Thank you for telling me. […]I’ve been wanting just once to meet a man who’ll tell me the truth“

Als Frank, von den Prohibitionsjahren geprägt, aus dem Gefängnis entlassen wird, führt ihn sein erster Weg zu seinem alten Freund Noll, der es in den 14 Jahren versäumte, seinen Freund im Gefängnis zu besuchen. Es gibt noch eine offene Rechnung zwischen den beiden ehemaligen Schmugglern zu begleichen. Vor Franks Verhaftung lautete der Deal, dass der Verkaufswert des damaligen Nachtclubs gerecht zwischen den beiden Freunden aufgeteilt wird. Frank fordert nun seinen gerechten Anteil bei Noll ein. Dieser sowie auch sein Buchmacher versichern, dass nicht sie, sondern eine höhere Instanz Zugriff auf das Geld habe und sie selbst ihm nichts auszahlen könnten. Als Frank mit einigen alten Gangkollegen Noll bedrohen will, wird ihm bewusst, dass gegen diese höhere Macht, den Kapitalismus, sein brutales Gangsterverhalten nichts ausrichten kann und seine Faustkampfmethoden in einer Welt, in der Verbrechensorganisationen wie legale Konzerne geführt werden, keinen Platz mehr haben.

Lancaster spielt den überforderten und fassungslosen Frank sehr überzeugend, denn eine Welt, in der nicht mehr der Einzelne Herr über sein Hab und Gut ist, ist etwas Neues für ihn. Der Kapitalismus, die Konzern- und Managementmethoden des Staates haben Einzug gehalten. Diese antikapitalistische Einstellung und die kritische Haltung dem Staat und seiner Wirtschaftsgewalt, gibt diesem Film das Potential um auf die schwarze Liste gesetzt zu werden. Allerdings ist hier zu erwähnen, dass John Bright, der einzige Beteiligte dieser Produktion war, der auf die schwarze Liste gesetzt wurde. Er und Robert Smith waren nur für die Überarbeitung des Drehbuchs verantwortlich und nicht für das Schreiben selbst. Somit lässt vermuten, dass dieser Film vor einer Zensur verschont geblieben ist. Ebenso gilt es als reine Spekulation, dass Bright sein kommunistisches politisches Interesse in diesen Film miteinfließen ließ.

Literaturverzeichnis

IMDB: http://www.imdb.com/name/nm0109148/?ref_=fn_al_nm_1 Abgerufen am 11. Juni 2013

Fraser, G. (16. September 1989). von The New York Times: http://www.nytimes.com/1989/09/16/obituaries/john-bright-81-a-screen-writer. html  Abgerufen am 11. Juni 2013

Werner, P. (1985). Film Noir. Frankfurt am Main: Fischer Taschenbuch.

Autor: Valeska Ringhof – 1103150

Redigiert von: Julia Rehberger – 0702160

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