Salt of the Earth (1954)

Gepostet am Aktualisiert am

92 min
sw 35mm;
Regie: Herbert J. Biberman
Produktion:
Paul Jarrico, Sonja Dahl Biberman, Adolfo Barela
„Independent Productions Corporation“
„The International Union of Mine, Mill, and Smelter Workers“
Buch: Michael Wilson
Kamera: Leonard Stark, Stanley Meredith
Schnitt: Ed Spiegel, Joan Laird;
Sound: Dick Staunton, Harry Smith;
Musik: Sol Kaplan.
Produktions Design: Sonja Dahl, Adolfo Bardela;
Gefilmt 1953 in der Bayard Region, New Mexico.
Cast:
Berufsschasupieler: Esperanza Quintero: Rosaura Revueltas,
Sheriff: Will Geer, Barton: David Wolfe, Alexander: David Sarvis, Hartwell: Mervin Williams
Laiendarsteller: Ramón Quintero: Juan Chacón
Vance: E. A. Rockwell, Kimbrough: William Rockwell, Teresa Vidal: Henrietta Williams, Consuelo Ruiz: Angela Sanchez, Luz Morales: Clorinda Alderette, Ruth Barnes: Virginia Jencks, Frank Barnes: Clinton Jencks, Sal Ruiz: Ernest Velasquez, Antonio Morales: Charles Coleman, Sebastian Prieto:Victor Torres, Luis Quintero: Frank Talevera, Estella Quintero: Mary Lou Castillo, Mann mit Brille: Floyd Bostick, Weißer Bergarbeiter: E. S. Conerly, sowie Adolfo Barela, Albert Munoz
Ein durch ein Grubenunglück ausgelöster Streik, für eine Anpassung der Löhne und eine Verbesserung der Arbeits- sowie Lebensbedingungen mexiko-amerikanischer Minenarbeiter, stellt das zentrale Thema des Films dar.
Esperanza Quintero die Protagonistin und Ehefrau des Streikführers Ramon, erzählt aus ihrer Perspektive, das soziale und politische Geschehen in ihrem Ort, während des Streiks gegen „Delaware Zinc“.
Nachdem die streikenden Männer unter Androhung von Freiheitsverlust die Steikpostenkette vor dem Gelände des Minenunternehmens unterbrechen müssen, übernehmen nach einiger Diskussion und begleitet von einer großen Skepsis ihre Ehefrauen diese Position.
Im Laufe dieser Entwicklungen entsteht eine Frauenbewegung in der lokalen Gewerkschaft welche letztendlich den Streik aufrecht erhält und mitträgt.
Die Tatsache, dass die Frauen damit beschäftigt sind die Streikpostenkette aufrechtzuerhalten führt zu einer Rollenverschiebung in der Gemeinschaft, durch welche die Minenarbeiter mit dem Alltag der Frauen konfrontiert sind, da sie für die Zeit des Streiks deren Aufgaben übernehmen müssen.
Ramon Quintero, der Ehemann der Protagonistin Esperanza, einer der Streikführer, steht dem Aktivismus der Frauen skeptisch und ablehnend gegenüber, er versucht seine Frau nachdrücklich davon abzuhalten sich am Streik und den gewerkschaftlichen Aktivitäten zu beteiligen, er verfechtet radikal die klassische Rollenaufteilung in der Familie und stellt sich als rigides, chauvinistisches Familienoberhaupt dar.
Im Laufe des Films durchlebt die Protagonistin einen befreienden Wandel, durch die aktive Beteiligung am lokalen Streik einem kollektiven, politischen Streben nach Emanzipation auf mehreren Ebenen, emanzipiert sie sich auch im Rahmen ihrer Ehe und Familiensituation.
Die Anfangs schüchtern und leidend gezeichnete Frau, blüht mit dem Fortschreiten der Ereignisse mehr und mehr auf und nimmt eine ähnlich tragende Rolle im politischen Geschehen ein wie Anfangs ihr Mann. Auch Ramon lockert seine Ansichten und die beiden finden im Streben nach einem gemeinsamen Ziel wieder neu zusammen.
Es wird ein Kampf für Gleichstellung und Grundrechte dargestellt, der durch die verschiedenen Ebenen des Plots, die Emanzipation der Frau, die Gleichstellung mexiko-amerikanischer Arbeiter, sowie die Auflehnung der Arbeiter gegen das Minenunternehmen, eine besondere Tiefe bekommt. Es werden außerdem Paradoxe in diesem Kampf aufgezeigt, da die Positionen Einzelner zum Thema Emanzipation sich auf den mit einander verstrickten, verschiedenen Ebenen zum Teil sehr unterscheidet, sich jedoch im Laufe der Handlung auch wieder ändert.
Es entsteht ein klarer, dichter Handlungsstrang, der die sozialen und politischen Vorgänge einer Gemeinschaft auf verschiedenen Ebenen anhand eines zentralen Ereignisses, dem Streik aufzeigt und zugänglich macht.
Salt of the Earth wurde 1953 von Herbert Biberman, Michael Wilson und Paul Jarrico realisiert, alle drei befanden sich auf der schwarzen Liste.
Das Drehbuch von Michael Wilson basiert auf den wahren Begebenheiten des Streiks des örtlichen Gewerkschaftsbüros 890 der International Union of Mine, Mill and Smelter Workers gegen die lokale Niederlassung von New Jersey Zink in Bayard, New Mexico im Jahr 1951.
Nachdem Wilson einige Zeit in New Mexico verbracht hat um für das Drehbuch zu recherchieren, etablierte sich der Beschluss die Begebenheit aus der Perspektive der lokalen Minenarbeiter nachzuerzählen und dem lokalen Gewerkschaftsbüro 890 in Bayard mitsprachrecht zu gewähren.
Die Gemeinschaft um den Streik von 1951 sollte einen großen Teil der Rollen selbst besetzten, das Team wollte nur die Hauptdarsteller mit professionellen Schauspielern bestellen.
Nach intensiver jedoch eher erfolgloser Suche nach einem professionellen Schauspieler für die männliche Hauptrolle, bekam der Präsident von Local 890 Juan Chaco diesen Part, was sich im Endeffekt sehr positiv auf den Film ausgewirkt hat.
Michael Wilson war ein renommierter Drehbuchautor als er 1951 auf die schwarze Liste gesetzt wurde. Wilson verweigerte bei seiner Vorladung vor das House Commitee on Un-American Activities jegliche Antwort auf Frage nach seinen vermeintlichen Verbindungen zur kommunistischen Partei sowie auch die Denunziation Anderer. In Folge blieb er für 14 Jahre auf der schwarze Liste und publizierte während dieser Zeit nur unter einem falschen Namen.
Die Produktion des Films erwies sich als ein extrem kompliziertes Unterfangen da jegliche mit dem HUAC kooperierende Institutionen alles versuchten um diese zu verhindern.
Über Schwierigkeiten beim finden einer Crew, die sich dem Risiko aussetzt an solch einem Projekt mitzuarbeiten, bis hin zu Sabotage am Drehort und der Abschiebung nach Mexiko von Hauptdarstellerin Rosaura Revueltas, wurden dem Team, wo nur möglich von allen Seiten Steine in den Weg gelegt. Das Kino in Silvercity verwehrte auf Befehl der Obrigkeit die einzige Screeningmöglichkeit während den Dreharbeiten, Kameras wurden zerstört und das Gewerkschaftshaus in Brand gesetzt.
Etwaige Szenen der Hauptdarstellerin wurden mit einem Double gedreht, Andere sowie das Voice-over in Mexiko realisiert, über die Grenze geschmuggelt und im Rahmen der Postproduktion montiert.
Nachdem die Dreharbeiten trotz all der Schwierigkeiten abgeschlossen werden konnten, folgten die Probleme bei der Distribution, es war schwierig Kinos zu finden die gewillt waren den Film zu zeigen.
Nach diversen Verhandlungen und Drohungen von Klagen war es allerdings möglich den Film in einigen Bundesstaaten der USA doch auf die Leinwand zu bringen.
Salt of the Earth zeichnet sich durch die Brisanz seiner progressiven Thematik in einer Zeit der Zensur aus, umgesetzt von einem Team das sich auf der schwarzen Liste befand.
Der Film ist ausdrücklich und bewusst ein politisches Statement und hebt sich durch die für die damalige Zeit rare, weibliche Perspektive auf eine Arbeiterproblematik hervor.
1965 wurde der Film auf 16mm erneut veröffentlicht und von diversen Institutionen, Bildungseinrichtungen sowie politisch engangierten Milieus auf Grund seiner Vielzahl an relevanten, gesellschaftlichen Problematiken neu rezipiert.
Literatur:
Biberman, Herbert J: Salt of the earth: The Story of a Film; Bacon Press Boston, 1965
Götz, Aline: “Native Land” und “Salt of the Earth”. Zwei Beispiele kommunistisch inspiriertem systemkritischen Filmschaffens in der Goldenen Ära Hollywoods; Wien: Diplomarbeit 2009
Tieber, Claus: Schreiben für Hollywood. Das Drehbuch im Studiosystem. Literatur Verlag, Wien, 2008.
McBride, Joseph: “A Very Good American” The undaunted artistry of blacklisted screenwriter Michael Wilson, February 2002 issue of “Written By”
Autorin: Djamila Grandits (a0909912)

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