Friendly Persuasion (1956)

Gepostet am Aktualisiert am

Studio: Allied Artists Pictures Corporation
Produzenten: Robert Wyler, William Wyler
Regie: William Wyler
Drehbuch: Michael Wilson (Basierend auf dem Roman The Friendly Persuasion von Jessamyn West)
Darsteller: Gary Cooper (Jess Birdwell), Dorothy McGuire (Eliza Birdwell), Phyllis Love (Mattie), Richard Eyer (Little Jess), Anthony Perkins (Josh)
Länge: 137 Minuten

Friendly Persuasion erschien 1956 und thematisiert den Amerikanischen Bürgerkrieg aus der Sicht einer Farmer Familie, die den Quaker Glauben praktiziert.
Die Handlung des Films wurde in das Jahr 1863 gelegt. Die Protagonisten Jess und Eliza Birdwell betreiben eine Farm in Indiana, ein Bundesstaat welcher der Union (die Nördlichen Bundesstaaten) angehört und kurz vor der Invasion der Confederate Armee steht. Im Laufe des Films werden die Grundsätze der Familie stark getestet, da der Quaker Glaube den Einsatz jeglicher Gewalt verbietet. Eliza ist streng gläubig und versucht ihre Familie vor den weltlichen Einflüssen abzuschotten. Doch ihre Tochter Mattie verliebt sich in einen Soldaten, das jüngste Mitglied der Familie, Little Jess liegt in einem lustig inszenierten Clinch mit der Hausgans und Josh, der älteste Sohn, steht im Konflikt mit seiner Ablehnung von Gewalt und dem Wunsch seine Familie vor den Feinden zu beschützen. Durch die anstehende Bedrohung durch den Krieg überdenkt und ändert Jess, der Vater der Familie, allmählich seine Grundsätze und beginnt den Krieg zu unterstützen.

Das Thema des Amerikanischen Bürgerkriegs charakterisiert eines der tiefgreifenden Ereignisse in der Geschichte des Landes. Dem gegenüber wird das sprichwörtlich heilige Prinzip des Pazifismus gestellt, welches im Laufe der Handlung durch bestimmte Ereignisse getestet und am Ende verletzt wird. Der Film ist aber mehr als ein Kriegsdrama. Der Film verwendet auch spezielle Eigenschaften und Besonderheiten anderer Genres wie der Komödie und des Melodramas, welches typisch für die 1950er Jahre war.

Der Film nimmt einen außergewöhnlichen Platz in der Filmgeschichte ein, da er als einer der wenigen Filme den Amerikanischen Bürgerkrieg aus der Sicht von Pazifisten zeigt. Der politische Ton des Filmes ist somit als klarer Aussage gegen den Kalten Krieg zu verstehen. Die Handlung in die Vergangenheit zu verlegen half dem Film die Kritik an den damaligen politischen Tendenzen auf indirekte Weise zu verpacken. Michael Wilson hat das Drehbuch auf dem dieser Film basiert in den späten 1940er Jahren verfasst, mit der Intention des klarer Protestes gegen den Zweiten Weltkrieg und Kriege generell. Doch da der Film  verbirgtseine kritische Aussage mit seiner zeitlichen Platzierung , vielen Emotionen und historischen Details. Verschleiert wird die Kritik in den Hintergrund verlegt, daher wurde der Film in Reviews eher der familienfreundliche Unterhaltung zugeschrieben und nicht dem Anti-Kriegs Genre.

Das Drehbuch des Filmes hatte einige Hürden zu überwinden. Der Autor Michael Wislon war ein respektierter Drehbuchautor in Hollywood. Doch waren seine Verbindungen mit der Kommunistischen Partei bekannt, deswegen wurde er 1951 vor das House Committee on Un-American Activities, kurz HUAC, berufen, wie viele seiner Kollegen. Wilson wurde als Unfriendly Witness eingestuft und landete somit auf der Black List. Doch bereits 1952 war Wilson für einen Academy Award für seine Arbeit an George Steven’s Film A Place in The Sun nominiert. Viele sahen darin eine Zeichen, dass die amerikanische Filmindustrie schwer unter den Beschuldigungen und der Zensur ihres kreativen Personals litt. Viele Drehbuchautoren, so auch Michael Wilson, setzen ihre Arbeit unter Pseudonymen fort und fertigen Drehbücher abseits der kontrollierten Sphären an. Mittelsmänner übernahmen die offiziellen Credits für das fertige Script und das Gehalt wurde weiter an die realen Autoren überwiesen. Wilson schaffte es so seine Karriere einigermaßen zu behalten und wurde später mit Filmen wie Planet of the Apes oder Lawrence of Arabia wieder in die Elite aufgenommen zu werden.

Nachdem William Wyler das Drehbuch zu Friendly Persuasion gekauft hatte, veranlasste er Änderungen und beauftragte Jessamyn West, die Autorin des Originaltextes, die Änderungen umzusetzen. Gemeinsam mit Wyler’s Bruder Robert arbeitete sie an Wilsons Entwurf und die finale Version war 1955 bereit verfilmt zu werden. Daher waren im Endeffekt drei verschiedene Autoren an der Entstehung des Drehbuches beteiligt. Ein Fakt der für Unstimmigkeiten sorgte, speziell als kurz vor der Oscar Verleihung im Jahr 1956 eine Regel eingeführt wurde, die besagt, dass all jenen die sich weigerten vor dem Kongress auszusagen (so wie es Wilson tat) keine Chance auf einen Award hatten. Nichts desto trotz wurde Friendly Persuasion für sechs Academy Awards nominiert: Bester Film, Bester Regie, Bester Nebendarsteller, Bester Filmsong, Bester Ton und auch Beste Drehbuchadaption. Das Drehbuch war zwar nominiert aber ohne Namensangabe da Wilson durch seinen Platz auf der Schwarzen Liste keinen Anspruch auf einen Award hatte. Erst im Jahre 1996 wurde sein Credit wieder hergestellt.

Literatur

Joseph Dmohowski (2002): The Friendly Persuasion (1956)
Screenplay Controversy: Michael Wilson, Jessamyn West, and the Hollywood
blacklist, Historical Journal of Film, Radio and Television, 22:4, 491-514

Nicholas J. Cull (1999): Richard Nixon and the Political
Appropriation of ‘Friendly Persuasion’ (1956), Historical Journal of Film, Radio and
Television, 19:2, 239-246

Ceplair, Larry und Englund, Steven: The Inquisition in Hollywood. Politics in the Film Community 1930 – 1960. Urbana: University of Illinois Press 2003

Friendly Persuasion IMDb
http://www.imdb.com/title/tt0049233/ Zugriff am 23.01.2013

Michael Wilson IMDb
http://www.imdb.com/name/nm0933858/ Zugriff am 23.01.2013

William Wyler IMDb
http://www.imdb.com/name/nm0943758/ Zugriff am 23.01.2013

Autor: Michael Neulinger 0707129

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