The Little Foxes (1941)

Gepostet am Aktualisiert am

USA 1941, s/w, 115 min
Regie: William Wyler
Buch: Lillian Hellman
Darsteller: Bette Davis (Regina Giddens), Herbert Marshall (Horace Giddens), Teresa Wright (Alexandra Giddins), Richard Carlson (David Hewitt), Dan Duryea (Leo Hubbard), Patricia Collinge (Birdie Hubbard), Charles Dingle (Ben Hubbard), Carl Benton Reid (Oscar Hubbard)

Studio: Samuel Goldwyn Productions
Produzent: Samuel Goldwyn

Die Autorin Lillian Hellman wurde 1905 in New Orleans geboren. Ihre Eltern waren beide deutsch-jüdischer Herkunft. Seit ihrem sechsten Lebensjahr wuchs sie in New York und New Orleans auf. Hellmans Eintritt in den Literaturmarkt erfolgte früh, da sie schon mit neunzehn Jahren als Lektorin zu arbeiten begann. 1925 heiratete sie den Schriftsteller Arthur Kober, dieser erhielt 1930 ein Jobangebot in Hollywood, wohin Hellman ihm folgte. In Hollywood lernte sie den Kriminalromanautor Dashiell Hammett kennen, welcher der Katalysator für ihre sich immer stärker formierende politische Überzeugung war.
Hellmans anti-faschistische Überzeugung fand ihre Ausdrucksform in Hollywood: 1935 kehrte Hellman als Drebuchautorin nach Hollywood zurück und trat der Screen Writers Guild, der AutorInnengewerkschaft, für die sie dann viele Jahre sehr aktiv war, bei. Gemeinsam mit John Dos Passos, Archibald MacLeish und Ernest Hemingway gründete sie die ‚Contemporary Historians Inc‘ und co-produzierte einen Film über den spanischen Bürgerkrieg „The Spanish Earth“ (1937). Damit etablierte sich Hellman unter den links-politischen Aktivisten der USA.
Mit ihrem dritten Stück, „The Little Foxes“ (1939) begann Hellmans Glanzzeit als Dramatikerin. Das Stück wurde am Broadway uraufgeführt und war ein sofortiger Hit. „The Little Foxes“ ist um eine kapitalistische Südstaatenfamilie aufgebaut und wurde 1941 vom Regisseur William Wyler und den Samuel Goldwyn Productions verfilmt. Folgend einer Einladung aus Moskau 1941 anlässlich der Aufführung ihrer Stücke „The Little Foxes“ und „Watch on the Rhine“, wurde Hellman von der Roosevelt Administration darin bekräftigt, nach Moskau zu fahren, um die kulturellen Beziehungen zu stärken. 1948 will sie zusammen mit William Wyler, mit dem sie schon bei den Filmen „Dead End“ und „The Little Foxes“ zusammen gearbeitet hat, eine Filmversion von „Sister Carrie“ machen. Zu diesem Zeitpunkt findet sie heraus, dass sie, wie viele andere AutorInnen, auf der schwarzen Liste Hollywoods stand. Ihre politische Nähe zum Kommunismus oder zumindest Links-Sozialismus war ein wesentlicher Grund dafür. Damit blieb sie bis in die 1960er Jahre für Hollywoodstudios nicht anstellbar. Hellman wurde in Folge am 21.Mai 1952 vor das House Committee on Un-American Activities (auch als HUAC bekannt) geladen, weigerte sich jedoch in einem schriftlichen Statement, über andere auszusagen, und dadurch KollegInnen in Schwierigkeiten zu bringen. Daraufhin konzentrierte sie Hellman vorerst weiter auf das Theater.

Der Film erzählt die Geschichte der wohlhabenden Südstaatenfamilie Hubbard. Im Mittelpunkt steht Regina Hubbard Giddens, die getrennt von ihrem Mann Horace Giddens lebt, der über den Großteil des Vermögens verfügt. Dieser ist schwer Herzkrank und verbringt seine Zeit in Baltimore. Die Brüder Oscar und Ben Hubbard planen gemeinsam mit William Marshall eine Beteiligung an einem großen Unternehmen. Dazu fehlen ihnen allerdings noch die notwendigen finanziellen Mittel. Regina schlägt ihren Brüdern einen Deal vor: Sie holt ihren Ehemann nach Hause und überzeugt ihn, sein Geld in das Geschäft zu investieren. Alexandra, die Tochter von Regina und Horace soll ihren Vater nach Hause bringen. Regina lässt ihre jugendliche Tochter sogar alleine nach Baltimore fahren, nur um sicher zu gehen, dass Horace auch wirklich nach Hause kommt und sie das Geschäft mit ihren Brüdern abschließen kann. Horace kehrt zwar zurück nach Hause, möchte aber kein Geld hergeben. Oscars Sohn Leo arbeitet bei der Bank, wo Giddens sein Aktiendepot hält und kommt auf die Idee, die Aktien zu entwenden und im Herbst, wenn Giddens für gewöhnlich die Aktien benötigt, zurückzulegen. Die Brüder sind froh, denn sie erhalten die Beteiligung am lang ersehnten Geschäft mit Mr. Marshall und benötigen nicht einmal die Hilfe von Regina. Horace kommt dahinter, dass Leo seine Aktien geklaut hat und erzählt das Regina. Allerdings hintergeht Horace seine Frau und sagt ihr, dass er nicht gegen seine Schwager vorgehen wird, im Gegenteil, er wird verlauten, dass er seine Aktien freiwillig Reginas Brüdern geliehen hat.
Auch teilt er ihr in diesem Gespräch mit, dass er sein Testament zu Gunsten seiner Tochter Alexandra ändern wird. Als Horace während diesem Gespräch mit seiner Frau einen Herzinfarkt erleidet, verweigert sie ihm seine Medizin.

Als Regina ihre beiden Brüder zur Rede stellen möchte, streiten diese alles ab. Allerdings wissen sie, dass ohne Horace niemand da ist, der sie entlasten könnte. Regina droht, die Angelegenheit vor Gericht zu bringen, sollte sie keinen angemessenen Anteil an den Geldern bekommen. So geben die Brüder schließlich nach. Mit dem Geld möchte sie nun, gemeinsam mit Tochter Alexandra, ein neues Leben in Chicago beginnen. Allerdings wendet sich auch Alexandra von ihr ab und so bleibt Regina am Ende nur noch ihr Geld.

„Bitter sarkastisches Familiendrama aus dem Süden der Vereinigten Staaten. Der psychologische Realismus der Inszenierung besitzt scharfe Konturen und hohe Präzision; Regisseur Wyler beweist in seinem wohl besten Vorkriegsfilm ein beeindruckendes Gefühl für Bildgestaltung und Schauspielerführung“ 1) (Lexikon des Internationalen Films)

„The Little Foxes“ zeigt das Portrait einer selbstständigen, selbstbewussten und ehrgeizigen Frau, die sich in einer von Männern dominierten Welt durchsetzt und ihr Ziel mit allen Mitteln verfolgt. Die Autorin Hellman zeigt als Gegenbeispiel zu Regina ihre Schwägerin, Birdie. Verbittert und von Ihrem Mann unterdrückt ertränkt sie ihr Unglück in Alkohol. Birdie übernimmt die Rolle der „braven“ Ehefrau, die nicht daran denkt, ihrem Mann zu widersprechen. Als sie versucht, Alexandra davor zu warnen bzw. sie zu bitten, ihren Sohn Leo nicht zu heiraten, hört ihr Mann Oskar sie und bestraft sie direkt mit körperlicher Gewalt.
Eine weitere wichtige Rolle in der Darstellung der Frau, spielt die junge Alexandra, die zu Beginn des Films unter der starken, führenden Hand der Mutter Regina steht. Alexandra hat eine gute Beziehung zu ihrer Tante Birdie und schätzt diese sehr. Im Verlauf der Geschichte entwickelt sich Alexandra jedoch zu einer eigenständigen, selbstbewussten jungen Frau, die sich und ihren Überzeugungen treu bleibt. Sie möchte weder so eingeschränkt und unmündig wie ihre liebe Tante Birdie leben, noch so kalt und skrupellos wie ihre Mutter. Alexandra beginnt ihr eigenes selbstständiges Leben mit David, dem Zeitungsverkäufer, für den sie wahre Gefühle empfindet. Alexandra tritt in der Geschichte als Paradebeispiel für eine junge selbstbewusste eigenständische Frau auf, die ihre Ziele trotz Rücksichtnahme auf ihre Mitmenschen erreicht.
Hellman zeigt mit „The Little Foxes“ die Rolle der Frauen im Vorkriegs Amerika auf. Die Emanzipation der Frau spielt in ihrem Stück bzw. Drehbuch eine wichtige Rolle. Wenn man Hellmans Leben betrachtet und weiß, dass sie selbst eine verheiratete Frau mit vielen Affären und einem sehr hedonistischen Lebensstil war, so verwundert es nicht, dass sie ein Portrait einer Frau zeichnet, die rücksichtslos Männern und ihrem Umfeld entgegensteht um ihre eigenen Ziele zu erreichen. Im Fall von Regina geht es um Erfolg bzw. finanzielle Unabhängigkeit.
Hellman war überzeugte Antifaschistin und setzte sich sehr für Menschenrechte und Meinungsfreiheit ein. Sich für seine Überzeugung und Freiheit einzusetzen, wird im Film „The Little Foxes“ immer wieder gezeigt. Ihre sozialistisch geprägten Ideale, waren letztendlich der Grund weshalb Lillian Hellman zwischen 1947 und 1961 auf der Schwarzen Liste stand.

Literatur:

1)Koll, Horst Peter (Hg.), Lexikon des internationalen Films, Frankfurt am Main: Zweitausendeins 2002.

http://www.imdb.com/title/tt0033836/ Zugriff 26.01.2013

https://lic.ned.univie.ac.at/af/node/20185 Zugriff 26.01.2013

http://www.economist.com/node/21552535 Zugriff 26.01.2013

Autorin: Selina Stritzel, 1007535

Redaktion: Sebastian Butter, 1046842

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