MASH (1970)

Gepostet am Aktualisiert am

MASH (USA, 1970)

Regie: Robert Altman

Drehbuch: Ring Lardner Jr.

Buch: Richard Hooker

Produktion: Ingo Preminger

Filmstudio: 20th Century Fox

Besetzung: Donald Sutherland (Hawkeye Pierce)
Elliot Gould (Trapper John McIntyre)
Tom Skerritt (Duke Forrest)
Robert Duvall (Frank Burns)
Sally Kellerman (Margaret O’Houlian)

Der Film MASH wurde nach der Vorlage des Buchs von Richard Hooker 1970 produziert. Das Drehbuch für die 116 Minuten lange Verfilmung des Romans wurde von Ring Lardner Jr. verfasst. Regie führte Robert Altmann.
Bemerkenswert ist, dass Ring Lardner Jr. auf der „Schwarzen Liste“ Hollywoods stand. Zudem bekannte er sich zu der „Left-Wing“-Bewegung, die oft mit kommunistischen Handlungen in Verbindung gebracht wurde. 1947 wurde er vor das „House Committee on Un-American Activities“ geladen und später wegen Geringschätzung des Kongresses für 12 Monate inhaftiert. Lardner Jr. gehörte den „Hollywood Ten“ an, jener Gruppe von Regisseuren, Schauspielern und Drehbuchautoren, welche eine Aussage bezüglich einer Untersuchung über „unamerikanische Umtriebe“ vor dem Repräsentantenhaus verweigert hatten.
In Folge trat Lardner Jr. unter verschiedenen Pseudonymen in Erscheinung. Nach 13 Jahren auf der Liste (1947-1965) konnte er 1970, als der Film erschienen ist, bereits wieder unter seinem realen Namen angeführt werden.

Hinter dem Künstlernamen Richard Hooker stand der Arzt Richard Hornberger, der seine Karriere und guten Ruf als Mediziner nicht durch das Buch gefährden wollte. Die Filmvorlage ist autobiographisch und spiegelt Hornbergers Erfahrungen im Koreakrieg wieder. Hornberger musste als junger Mediziner einrücken und verarbeitete in seinem Buch die Eindrücke seiner Dienstzeit innerhalb einer MASH- Einheit der amerikanischen Streitkräfte.

Unter dem Akronym MASH versteht man Mobile Army Surgical Hospital – ein mobiles Feldlazarett – das auch inhaltsbestimmend für den Film ist.
Die Handlung spielt zurzeit des Koreakriegs in einem mobilen Feldlazarett, wenige Kilometer von der Front entfernt. Gleich zu Beginn des Films sieht man die Ankunft des Chirurgen Captain „Hawkeye“ Pearce, der einen Militärjeep entwendet und mit Captain „Duke“ Forrest ins Lazarett fährt. Die alberne Darstellung des Militärapparats lässt sich bereits von den ersten Szenen ablesen und zieht sich dann wie ein roter Faden durch den gesamten Film. Diese teils unrealistischen, bizarr anmutenden Bilder versuchen offenbar die bedrückende Stimmung der Kriegsthematik zu kompensieren.
Im Feldlazarett angekommen bildet sich die Persiflage in vielen einzelnen Handlungssträngen weiter. Trotz der zahlreichen Operationen und der ständigen Gefahren des Kriegs, kommen humoristische Elemente nicht zu kurz. Die Situation abseits der Operationszelte gleicht einer Beschäftigungstherapie in einem Ferienlager für Jugendliche. Auch sexuelle Anspielungen ziehen sich wie ein roter Faden durch den ganzen Film. Nicht nur die Krankenschwestern können sich zahlreicher Belästigungen nicht erwehren, auch der konservative Major Frank Burns, der Zimmerkollege von Hawkeye und Duke, wird auf die Schippe genommen und in Folge einer physischen Auseinandersetzung aus der Einheit geworfen.
Als der neue Chirurg Captain „Trapper“ John McIntyre eintrifft, scheint das Trio komplett. Mit seiner Aussage, dass es „Kulturbolschewismus“ sei, wenn man keine Oliven zum Martini serviere, könnte man einen Bezug zur kommunistischen Vergangenheit des Drehbuchautors schaffen und es als eine Anspielung auf diese verstehen. Interessanterweise kommt dieser Ausdruck nur in der deutschen Fassung vor, während in der Originalfassung einfach nur beteuert wird, dass eine Olive einfach zu einem Martini dazugehöre.
Neben dem neuen Chirurgen kommt auch noch die Figur der Oberschwester Major Margret O’Houlihan auf, die anfangs noch konservativ war und Moralvorstellungen hatte, später aber, nach einigen Scherzen auf ihre Kosten, auftaut und ihre Zugehörigkeit im Camp findet. Der Frauenrolle im Film wird nur wenig Aufmerksamkeit beigemessen, sie dient vornehmlich als Vorlage für Witze auf ihre Kosten.
Bei einem Zwischenfall in einem japanischen Spital beweisen Trapper und Hawkeye ihre Fähigkeiten als Chirurgen und retten das Leben des Sohns eines Kongressabgeordneten. Sie fallen sozusagen in das Krankenhaus ein, stellen Ansprüche und halten sich an keine Vorschrift. Vor allem nicht, als sie ein gemischtrassiges Baby gegen jede Vorschrift behandeln wird und somit dessen Leben retten.
Zu Ende des Films bekommen Hawkeye und Duke den Marschbefehl zurück nach Hause, was jedoch anfangs keine große Euphorie auszulösen scheint. Nach der Abreise von Hawkeye und Duke wird der Abspann durch eine Radiomoderation aus dem Lazarett dargestellt. Man sieht noch einmal die einzelnen Charaktere und hört eine kurze Zusammenfassung ihrer Charakteristiken.

MASH ist ein Antikriegsfilm, der durch überlappende Dialoge und damit einhergehenden chaotischen Szenen, das scheinbar ebenso konfuse Leben innerhalb der Kriegswirren nahe der Front darstellt. Es werden mehrere Handlungsstränge gezeigt, wobei jeder für sich eine eigene Einheit darstellt. Durch eine überzogen lockere Atmosphäre wird der Alltag in dem Feldlazarett ebenso grotesk wie auch zynisch dargestellt. Der Film versucht somit seine Botschaft nicht durch Brutalität, sondern durch Humor zu vermittelt.

Obwohl der Film eigentlich den Korea-Krieg thematisiert, kommt man nicht umhin zu bemerken, dass es eigentlich vielmehr eine satirische Verarbeitung des zum Zeitpunkt des Drehs allgegenwärtigen Vietnam-Kriegs ist.
MASH war für fünf Oscars nominiert, unter anderem als bester Film und beste Regie sowie für das beste Drehbuch. Die Verleihung des Academy Awards für das beste Drehbuch kann als ein Beweis für die politische Veränderung Hollywoods angesehen werden. Vor allem gegenüber jenen, die auf der Schwarzen Liste standen.

Literatur

Eckstein A. 2004: The Hollywood Ten in history and memory. Film History 16, S. 424-436. New Barnet: John Libbey Publishing.

Georgakas D. 2004: Hollywood Blacklist http://www.writing.upenn.edu/~afilreis/50s/blacklist.html [Abgerufen am 26.01.2013]

IMDB. s.a.: M.A.S.H.. http://www.imdb.com/title/tt0066026/?ref_=fn_al_tt_2 [Abgerufen am 26.01.2013]

Lardner R. Jr. 1969: M*A*S*H (1970) movie script. Final script.

Wikipedia. 2012: Ring Lardner Jr.. http://en.wikipedia.org/wiki/Ring_Lardner_Jr. [Abgerufen am 26.01.2013]

Autorin: 0651509 Sabine Trettensteiner

Redakteurin: 0404724 Manuela Rath

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