Kitty Foyle (1940)

Gepostet am Aktualisiert am

USA 1940 RKO Pictures Inc. s/w, 108 Minute

Subtitle: The Natural History of a Woman

Deutscher Titel: Fräulein Kitty

R: Sam Wood

B: based on Kitty Foyle by Christopher Morley

Screenplay: Dalton Trumbo, Donald Ogden Stewart

K: Robert de Grasse

D: Ginger Rogers (Kitty Foyle), Dennis Morgan (Win Strafford), James Craig (Mark Eisen)

M: Roy Webb

Kitty Foyle träumt schon immer von der großen Liebe. Als die junge Frau Wyn Starfford trifft verliebt sie sich sofort in den gut situierten Mann und dieser bietet ihr eine Stelle in seinem Unternehmen an. Auch Wyn empfindet etwas für Kitty, kann aber nicht zu dieser Liebe stehen, da Kitty nicht in die gesellschaftliche Schicht von Wyn’s Familie passt und er sein Leben in Philadelphia aufgeben müsste. Als Kittys Vater verstirbt, zieht Kitty nach New York, wo sie den Arzt Mark Eisen kennenlernt. Einige Male verabreden sich die beiden. Als jedoch Wyn ihr nach New York folgt, heiratet sie ihn und geht zurück nach Philadelphia. Dort versuchen Wyns Eltern Kitty in die gehobene Gesellschaft zu integrieren, Kitty jedoch rebelliert und beklagt sich bei Wyn. Daraufhin wird ihre Ehe aufgehoben, da Wyn das Geld und seine Familie wichtiger sind als seine Ehefrau. Kitty geht zurück nach New York, um dort zu erfahren, dass sie schwanger ist. Wyn hat bereits eine neue Frau aus der gehobenen Klasse geehelicht, also beschließt Kitty, ihr Kind alleine groß zu ziehen. Bei der Geburt verstirbt ihr Kind jedoch. Nach einigen Jahren zieht Kitty zurück nach Philadelphia, um dort einen Kosmetiksalon zu eröffnen. Dort angekommen lernt sie Wyns Frau und Kind kennen. Nun beschließt sie doch wieder nach New York zu gehen und Mark zu heiraten, der immer noch auf sie wartet.

Der Film Kitty Foyle basiert auf dem gleichnamigen Roman von Christopher Morley mit dem Untertitel The National History Of A Woman und erzählt in Rückblicken, die Entwicklung und das Leben einer amerikanischen Frau der Arbeiterklasse, die stetig ihren „Cinderella Traum“ verfolgt, ausgehend vom Tag, an dem sie ihre große Entscheidung zwischen zwei Männern trifft.

Das Drama ist eine Darstellung der verschiedenen Klassen innerhalb einer Gesellschaft und geschlechterpolitischer Konflikte in den USA, während der Zeit des Zweiten Weltkrieges. Es zeigt unverblümt wie schwierig es zu damaliger Zeit für Frauen war, sich selbst zu versorgen. Dennoch gibt es, im Gegensatz zu der Zeit, in der der Film spielt, keine richtigen Verbrecher im Drama.

Dalton Trumbo, Screenwriter von Kitty Foyle, war einer der bekanntesten Mitglieder der „Hollywood Ten“, welche die wichtigste Gruppe der Blacklist, der 1950er darstellt. In der Zeit des Zweiten Weltkrieges war Trumbo einer der bestbezahlten Screenwriter Hollywoods und Anhänger der CPUSA (American Communist Party). Im Oktober 1947 wurde er beim House Un-American Activities Committee (HUAC) vorgeladen und für elf Monate inhaftiert, nachdem er Fragen zu seiner politischen Gesinnung und beruflichen Assoziation verweigerte. Nach seiner Haft zog er mit seiner Familie nach Mexico und schrieb dort unter verschiedenen Pseudonymen weiter Screenplays für Filme, die in Hollywood produziert wurden. Zwei der in dieser Zeit entstandenen Werke, entstanden 1954 und 1957 unter einem Pseudonym und wurden mit dem Oscar ausgezeichnet. Mit dem Film Roter Staub, für den Trumbo unter dem Pseudonym Robert Rich, einen Oscar gewann, feierte er seine Rebellion. Es wurde aufgedeckt, dass Robert Rich nicht existent war und dies war unter anderem ein Grund die Sinnhaftigkeit der Blacklist zu überdenken.

Für Kitty Foyle, einen Film, der vor dem Bestehen der Blacklist entstand, wurde er für den Academy Award für das Beste Screenplay nominiert. Das Drama wurde vor der Zeit in der Dalton Trumbo auf die Blacklist gesetzt wurde, produziert und war für den Screenplay Writter das Projekt zum Aufstieg in die erste Liga und zu A-Produktionen. Es war jedoch gleichzeitig sein letzter Film für die RKO, die ihn bei erfolgreicher Überarbeitung gerne verlängert hätten.

Dalton Trumbo hält seinen Stil in Kitty Foyle bei, so ist das Drama von Rückblenden und inneren Monologen/Dialogen geprägt. Kitty wird als reale Figur, sowie als ihr eigenes Unterbewusstsein gezeigt. Der Film stellt dennoch eine Ausnahme im bisherigen Schaffen des Künstlers dar, den bis dato waren die weiblichen Figuren in den Filmen von Trumbo wenig bis gar nicht selbstbestimmt. Schon der Titel des Films, ein Eigenname, ist hier maßgebend für die gegenteilige Darstellung der Frau. Trumbo thematisiert jedoch, wie in vielen anderen Filmen, dass Frauen, die versuchen sich der „altmodischen“ Geschlechterrolle zu entziehen, dafür bestraft werden.

Kitty Foyle wurde zu einem der wichtigsten und erfolgreichsten „Pre-Blacklist“ Filme. Es ist ein Film ohne Happy End, der die Stellung und Rolle der Frau in der modernen Gesellschaft zeigt.

Booker, M. Keith; Historical Dictionary of American Cinema; Maryland: Scarecrow Pr Inc 2011; S. 383.

Hanson, Peter; Dalton Trumbo: Hollywood Rebel. A Critical Survey and Filmography; North Carolina: Mc Farland and Company Inc 200; S. 48ff.

Tieber, Claus; Schreiben für Hollywood. Das Drehbuch im Studiosystem; Wien: LIT Verlag 2008; S. 221ff.

Autorin: Isabella Vedernjak

Redakteurin: Andrea Scharf

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