Broken Arrow (1950)

Gepostet am Aktualisiert am

USA 1950, 89 Minuten

R: Delmer Daves

B: Albert Maltz; front Michael Blankfort (basierend auf dem Roman „Blood Brothers“ von Elliott Arnold)

K: Ernest Palmer

M: Hugo Friedhofer

P: Julian Blaustein

Mit James Stewart (Tom Jeffords), Jeff Chandler (Cochise), Debra Paget (Sonseeahray), Basil Ruysdael (General Oliver Howard), Will Geer (Ben Slade), Joyce Mackenzie (Terry), Arthur Hunnicutt (Milt Duffield)

Broken Arrow gilt als ein Film, der sowohl die Schwarze Liste, als auch den Konflikt zwischen den Weißen und den amerikanischen Eingeborenen thematisiert, indem er sich mit unterschiedlichen Kulturen auseinandersetzt. Der Film kann als Aufruf für ein Ende des Krieges zwischen Weißen und Eingeborenen, als auch eine Forderung der Auflösung der Schwarzen Liste begriffen werden.

Tom Jeffords findet bei einem Ritt einen jungen, verletzten Apachen. Obwohl diese mit den Weißen im Krieg sind, pflegt Jeffords den Jungen gesund und kann sich dadurch den Respekt des Stammes verschaffen. Er nimmt sich vor, Friedensverhandlungen zu führen und lernt dafür die Sprache und Sitten der Apachen.

Aufgrund seiner Aufrichtigkeit gewinnt er die Freundschaft des Häuptlings Cochise, mit dem er eine Vereinbarung, welche besagt, dass die Apachen keine Postreiter mehr angreifen, aushandelt. Zudem lernt er die Schamanin Sonseeahray kennen, welche er später heiratet.

Tatsächlich werden die Postreiter nicht mehr angegriffen, doch es kommt weiterhin zu Überfällen von Trecks. Obwohl die Ereignisse bei den Weißen großes Misstrauen wecken, versucht Jeffords weiterhin an den Friedensverhandlungen zu arbeiten. Es kommt so weit, dass ein Waffenstillstand vereinbart werden kann. Doch auf Seiten der Weißen und der Apachen gibt es noch immer welche, die dem Frieden misstrauen. Die Lager spalten sich und es kommt schließlich zu einem Schusswechsel, bei dem sowohl Weiße, als auch Apachen sterben. Unter den Toten ist Sonseeahray. Jeffords und Cochise geben dennoch nicht auf und kämpfen weiterhin für den Frieden.

Im Mittelpunkt des Films stehen der Krieg und das Misstrauen zwischen den Weißen und den Apachen. Die Apachen versuchen mit ihren Angriffen auf die Postreiter und die Truppen ihr Land zu verteidigen. Die Weißen dagegen dringen immer weiter in ihre Gebiete vor, um das Land erkunden und für sich nutzen zu können. Dabei steht ihnen das gegenseitige Unverständnis für die jeweils andere Kultur im Weg. Die Apachen sehen in den Postreitern einzig die Überbringer von Kriegsmeldungen und versuchen sich, indem sie sie umbringen, vor einem Militärangriff zu schützen. Die Weißen halten die Apachen für unzivilisiert und brutal.

Jeffords, ehemals selbst beim Militär tätig, versucht nun das Unverständnis auf beiden Seiten zu klären und die unterschiedlichen Kulturen einander näher zu bringen. Dafür lernt er, wie bereits erwähnt, die Sprache und Bräuche der Apachen kennen. Das verschafft ihm großen Respekt beim Häuptling Cochise. Er betrachtet Jeffords bald als einen Freund und vertraut sich ihm an. Gemeinsam versuchen sie, eine Lösung für den Frieden zu finden. Cochise willigt zwar ein, die Postreiter nicht mehr angreifen zu lassen, doch vorerst gibt er keine weiteren Zugeständnisse. Jeffords kehrt in die Stadt zurück, um nun ebenso mit seinen Landsleuten die Friedensverhandlungen voran zu treiben. Das Misstrauen, das ihm daraufhin entgegen gebracht wird, ist groß. Sie vertrauen den Apachen nicht und erklären Jeffords für verrückt, da er sich mit ihnen einlassen möchte. Durch eine Wette soll er beweisen, dass die amerikanischen Eingeborenen ihr Versprechen halten und keinen der drei losgeschickten Postreiter angreifen.

Obwohl sich Jeffords deutlich für die Apachen und deren Vereinbarung ausspricht, ist ihm das Unbehagen anzumerken. Auch er zweifelt an dem Versprechen, dass es keine weiteren Angriffe geben wird.

Nachdem Jeffords die Wette gewonnen hat, bittet ihn General Oliver Howard, ihn zum Lager der Apachen zu führen, da nun er Verhandlungen mit Cochise führen möchte. Jeffords dient in dieser Sache als Vermittler und es kommt wirklich zu einem Waffenstillstand. Zum Zeichen, dass die Friedensverhandlungen gültig sind, zerbricht Cochise einen Pfeil. Der zerbrochene Pfeil wird somit zum Symbol für den Frieden.

Allerdings sind damit nicht alle Stammesmitglieder der Apachen einverstanden. Es bildet sich eine Gruppe um den neuen Anführer Geronimo, die fortan gegen die Vorhaben der Weißen und Apachen kämpfen. Dadurch wird der Waffenstillstand stark beeinflusst. Es kommt zu Angriffen auf die Weißen, die durch Geronimos Gruppe verübt werden.

Auch die Weißen planen einen Streich gegen den Stamm von Cochise. Sie planen einen Hinterhalt, der letztendlich in einem Schusswechsel endet. Bei diesem Feuergefecht wollten die Weißen vor allem Cochise treffen, verwunden jedoch Jeffords und töten Sonseeahray.

Eine ebenso große Rolle wie der Krieg und das Misstrauen, spielen die Freundschaft und die Liebe.

Die Freundschaft, die sich zwischen Jeffords und Cochise entwickelt, ist sowohl für die Weißen, als auch für die Eingeborenen neu. Dass Jeffords zu Anfang selbstlos einen der Apachen gesund pflegte, nachdem dieser von anderen Weißen angeschossen worden war, wurde zu einer wichtigen Grundlage der Freundschaft. Die Liebe, die sich zwischen Jeffords und Sonseeahray entwickelt, wurde von Cochise zuerst mit Unwillen beobachtet, schließlich geduldet, was auf das Vertrauen zurückzuführen ist, welches Cochise und Jeffords einander entgegen bringen. Obwohl sie unterschiedlicher Herkunft sind, lassen sie sich auf den jeweils anderen ein und versuchen ihn zu akzeptieren.

Sonseeahray wählt Jeffords schließlich in einem Ritual als ihren Zukünftigen und sie heiraten im Lager der Apachen. Ihr Eheleben wird sehr harmonisch dargestellt. Dass sie bei dem Schusswechsel ums Leben kommt, kommentiert Jeffords am Ende des Films folgendermaßen: „I came to know that the death of Sonseeahray put a seal on the peace. And from that day on wherever I went […] I always remembered my wife was with me.“ (Daves, D. (Regie). (1950). Der gebrochene Pfeil [DVD-Video] Twentieth Century Fox.)

War die Heirat zwischen dem Weißen Jeffords und der Schamanin als Vertrauensbasis zwischen Weißen und Apachen zu verstehen, so ist das Bedauern, das Jeffords Landleute ihm nach dem Tod seiner Frau entgegenbringen, als Art stillschweigende Übereinkunft zu verstehen, dass beide Seiten weiterhin am Frieden arbeiten wollen. Sonseeahrays Tod und der von Cochise gebrochene Pfeil werden zu Friedenssymbolen im Krieg zwischen den Weißen und den Apachen.

Unüblicherweise werden die amerikanischen Eingeborenen nicht als die schlechten, unzivilisierten Menschen dargestellt. Broken Arrow bricht somit das Genre Western auf. Trotz allem ist Broken Arrow als Western zu definieren. Er bedient sich, mit Jeffords als Gutmensch, den Schauplätzen, wie dem Fort und dem Lager der Apachen und Sonseeahray, die zwischen den Fronten steht, der Struktur, die den Film eindeutig dem Genre Western zuordnen lassen.

Broken Arrow basiert auf dem Roman „Blood Brothers“, geschrieben von Elliott Arnold. Das Drehbuch schrieb Albert Maltz. Maltz, geboren 1908, war Mitglied der kommunistischen Partei, welcher er im Jahr 1935 beitrat. Er arbeitete als Drehbuchautor für das Warner Bros. Studio.

Wegen seines politischen Engagements lud man ihn 1947 zum Verhör des „House on Un-American Activities Committee“ (HUAC) ein, wobei Maltz als einer von zehn schließlich wegen „Missachtung des Kongress“ angeklagt und verurteilt wurde.

Produzent Julian Blaustein war zwar kein ausgesprochener Freund der kommunistischen Partei, gehörte allerdings zu denjenigen, die die „Hollywood Ten“ unterstützte. So fragte er Maltz, obwohl dieser auf der Schwarzen Liste stand, ob er das Drehbuch zu Broken Arrow schreiben würde. Daraufhin kontaktierte Maltz seinen Freund Michael Blankfort, welchen er bat, für ihn als Strohmann zu fungieren. Im Augst 1948 unterschrieb Blankfort für seinen Freund den Vertrag, das Drehbuch zu schreiben. Außerdem unterzeichneten er und Maltz einen weiteren Vertrag, in dem Blankfort Maltz neunzig Prozent des Honorars übertrug. Als das Drehbuch zu Broken Arrow im Jahr 1951 als bestes adaptiertes Drehbuch für den Oscar nominiert war, wurde es noch immer Michael Blankfort zugeschrieben, der Maltz bei der Oscarverleihung vertrat. Broken Arrow erhielt 1951 den „Writers Guild of America Award“.

Quellenangaben:

„Der gebrochene Pfeil“, http://www.imdb.de/title/tt0042286/?ref_=fn_al_tt_2, 23.01.2013.

„Albert Maltz“, http://www.imdb.com/name/nm0540816/bio, 24.01.2013.

„Hollywood Blacklist“, http://www.writing.upenn.edu/~afilreis/50s/blacklist.html, 24.01.2013.

„Western (Genre),“ http://www.film-lexikon.de/Western_%28Genre%29, 24.01.2013.

Ceplair, L. (2009). Julian Blaustein: An Unusual Movie Producer in Cold War Hollywood. Film History: An International Journal, Volume 21, Nr. 3, S.257-275, Zugriff am 24.01.2013 aus Project Muse unter http://muse.jhu.edu/cgi-bin/login.cgi

Daves, D. (Regie). (1950). Der gebrochene Pfeil [DVD-Video] Twentieth Century Fox.

Autorin: Katharina Dieckmann (1003197)

Redaktion: Julia Steinbichler (1163109)

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s