All night long (1962)

Gepostet am Aktualisiert am

„All night long“

UK 1962
Sprache: Englisch
Länge: 91 min

Regie: Basil Dearden
Drehbuch: Nel King, Paul Jarrico
Produktion: Michael Relph, Bob Roberts und Basil Dearden
Kamera: Edward Scaife
Schnitt: John D. Guthridge
Musik: Philipp Green

Darsteller:
Patrick McGoohan – Johnnie Cousin
Marti Stevens – Delia Lane
Paul Harris – Aurelius Rex
Keith Michel – Cass
Richard Attenborough – Rod Hamilton
Betsy Blair – Emily …

Die Jazzmusiker spielten sich großteils selbst.
z.B.: Dave Brubeck, Charlie Mingus …

Der Film behandelt den Stoff von Shakespeares Othello. Rex und Delia sind verheiratet und feiern ihren ersten Hochzeitstag. Delia tritt seit der Hochzeit nicht mehr als Sängerin auf. Durch die Intrigen von Johnnie Cousin kommt es so weit, dass Rex vor Eifersucht ausrastet und somit seine Ehefrau und seinen guten Freund Cass in Gefahr bringt.

Paul Jarrico (1915 – 1982) war in seinen früheren Jahren Mitglied der Kommunistischen Partei. Sein eigentlicher Name war Israel Shapiro, da sein Vater russischer Immigrant war. Er lebte in Los Angeles und arbeitet als Drehbuchautor und Filmproduzent. Als er 1951 bei den Verhören keinen seiner Kollegen verraten wollte, kam er selbst auf der schwarzen Liste. Von da an schrieb er nur als Coautor oder unter dem Pseudonym Peter Achilles Drehbücher.

Othello wird oft als Vorlage herangezogen und hierbei werden die Motive von den Autoren an die aktuellen Ereignisse der damaligen Zeit angepasst.
Der Film spielt in den 1950er – 1960er Jahren und behandelt das Lebensgefühl und die Musik des Jazz. Dadurch, dass richtige Jazzmusiker mitspielen, wirkt der Film relativ authentisch und zeigt das Leben dieser Zeit auf.
Da es sich um eine Art Musikfilm handelt, vergehen öfters einige Minuten, in denen nur gespielt und nicht geredet wird. Dabei kommt vor allem das Feeling des Jazz rüber. Es wird improvisiert und nichts ist geprobt.

Die Themen des Films sind vor allem abhängig von Missverständnissen, Intrigen, Liebe, Eifersucht und die Musikkarriere. Es geht dabei auch um das naive Vertrauen in die Worte eines Menschen, der alles tut, um seine Lügengeschichte glaubhaft zu machen. Signifikant in dem Film ist auch, wie die verschiedenen Rollen der Frau dargestellt werden.
Der Musiker Johnnie Cousin ist derart von seiner Karriere besessen, dass er nicht hinnehmen kann, dass Delia nicht mehr auftreten will. Hier wird das Image eines egoistischen Musikers gezeichnet, der über mögliche Leichen geht und Intrigen zwischen den Eheleuten und Freunden stiftet, um selbst Vorteil davon zu haben. Seine Figur verändert sich im Stück nicht und zum Schluss zeigt er öffentlich und auch vor seiner Frau sein wahres Gesicht.
Johnnie hetzt alle Charaktere gegeneinander auf und wird so zum Unruhestifter. Besonders deutlich wird dies in der Szene, in der er ein Gespräch zwischen Cass und seiner Freundin aufnimmt. Er schneidet es so um, sodass es sich anhört, als hätten Cass und Delia eine Affäre. Johnnie nimmt die Trennung von Rex und Delia in Kauf, nur um eine Band gründen zu können. Delia würde nie mehr auftreten, solange sie verheiratet ist.
Der Verweis auf die Realität ist hierbei deutlich zu sehen. Die Musiker spielten sich selbst und sorgten somit dafür, dass es als Wahrheit aufgenommen wurde.

Die Rolle der Frau wird hier auf zwei unterschiedlichen Weisen aufgezeigt. Delia ist eine erfolgreiche Jazzsängerin, doch wegen ihrer Liebe zu Rex zieht sie sich aus dem Rampenlicht zurück und vermisst scheinbar auch nicht dieses Leben. Sie hätte die Möglichkeit zurück auf die Bühne, wenn sie Sängerin in Johnnies Band werden würde, doch sie sagt ihm klar ihre Meinung. Sie steht zu ihrem Mann und macht auch nur ihm zuliebe einen Überraschungsauftritt. Auf den ersten Blick scheint sie unterdrückt zu werden, doch im Laufe des Films wird klar, dass sie eine liebevolle und respektvolle Beziehung zu Rex hat, der aber auch grübelt, ob seine Ehefrau wirklich glücklich ist mit ihrem Leben.

Auf der anderen Seite ist Emily eine eingeschüchterte Frau. Sie würde alles für ihren Mann Johnnie tun und lässt sich von ihm wie ein kleines Kind behandeln. Sie erzählt die Geschichte wie es zu ihrer Hochzeit kam. Ohne Alkohol hätten sie nie geheiratet. Hier wird zum einen das Problem des Alkoholmissbrauchs thematisiert, andererseits zeigt dies auch auf, dass hier keine Liebe von Johnnie vorhanden ist. Auch der Begriff des Fans wird hier geprägt. Emily kann man als „Groupie“ bezeichnen, das alles für den berühmten Musiker Johnnie tun würde. Er dagegen sieht sie nur als Mittel zum Zweck und verbietet ihr zu sprechen.
Emiliys Position ändert sich erst, als sie mitbekommt, was ihr Gatte mit seinen Lügen und Intrigen angerichtet hat und erhebt zum ersten Mal die Stimme gegen ihn.
Hierbei kann man auch zwei verschiedene Typen von Ehen beobachten.

Der Film zeigt außerdem, wie weit man einen Menschen treiben kann, der scheinbar ein glückliches Leben führt. Rex wird erst durch die Intrigen so weit getrieben, dass er Gewalt anwendet. Dies gleicht einen Ausraster, der beinahe zwei Menschen das Leben kostet. Es ist aber auch zu sehen, dass Gewalt nicht verherrlicht wird, sondern dass sich Rex anders nicht mehr zu helfen weiß.

Die Aufnahmen fanden in einem heruntergekommen Club statt. Die Jazzszene zu dieser Zeit fand keinen guten Anklang in der Gesellschaft. So musste sie spät nachts und außerhalb der Stadt stattfinden. Dies kann man ebenfalls als Komponente der schwarzen Liste interpretieren, die immer am Rande der Gesellschaft stand und vor allem die Autoren, welche damit in Verbindung gebracht worden sind.

Quellen:

All night long, Regie: Basil Dearden, DVD – Video, Network 2007; ( Orig. All night long, UK 1962)

http://www.imdb.com/title/tt0054614/ , 20.1.2013

http://www.independent.co.uk/news/obituaries/obituary-paul-jarrico-1292206.html, 20.1.2013

http://www.kirjasto.sci.fi/jarrico.htm , 20.1.2013

Autorin: Michaela Reithmayer 0801876

Redaktion: Elvira Rumetshofer 1152128

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