The Bridge On The River Kwai (1957)

Gepostet am Aktualisiert am

Horizon Pictures(UK)/Columbia Pictures (USA)

161 Minuten

Regie: David Lean
Produzent: Sam Spiegel
Drehbuch Carl Foreman & Michael Wilson nach der Romanvorlage von Pierre Boulle
Darsteller: William Holden (Commander/Major Shears, Jack Hawkins (Major Warden),  Alec Guinness (Colonel Nicholson ), Sessue Hayakawa ( Colonel Saito), James Donald (Major Clipton), Geoffrey Horne (Lieutenant Joyce )

 

 

The Bridge on the River Kwai spielt im Jahr 1943, also mitten während des Zweiten Weltkriegs, im Dschungel Thailands. In einem japanischen Kriegsgefangenenlager sollen inhaftierte britische Soldaten eine Brücke über den Fluss „Kwai“ bauen, um eine Eisenbahnlinie zwischen Thailand und Burma herstellen zu können. Colonel Nicholson, das Oberhaupt der britischen Gefangenen, jedoch weigert sich den Befehl an seine Offiziere weiterzugeben, da diese keine körperlichen Arbeiten verrichten sollen.

Es bricht ein Duell der Macht und Willensstärke zwischen Colonel Nicholson, der für sich und seine Offiziere Stolz und Würde erhalten will, und Colonel Saito aus. Nicholson kommt in Einzelhaft, seine Offiziere in Quarantäne. Währenddessen gelingt es dem amerikanischen Commander Shears, der vor den Japanern vorgab Engländer zu sein um zu überleben, aus dem Gefangenenlager zu fliehen und zu den Alliierten in den Westen zu gelangen. Colonel Nicholson gelingt es Saito zu überzeugen dass er ohne seine Hilfe die Brücke nicht zeitgerecht werde fertigstellen können, was zur Folge hätte dass Saito Selbstmord begehen müsse, da er Schande über sein Bataillon gebracht hat. Die Übereinkunft der beiden Colonels hat zur Folge, dass die Inhaftierten unter besseren Bedingungen leben können, aber bringen Nicholson auch in einen Zwiespalt mit seinem Gewissen – Hilft er dem Feind und stellt die Brücke fertig, kann er die Überlegenheit seiner Offiziere gegenüber den Japanern unter Beweis stellen, manipuliert er die Fertigstellung gefährdet er das Leben seiner Männer. Shears, der sich als einfacher Major entpuppt, wird von den Alliierten überredet zurück in den Dschungel zu gehen um eine Rettungsaktion zu starten. Als der Trupp den die Alliierten senden ankommt und die geplante erste Überfahrt eine Zuges über die Brücke mittels Sprengstoff verhindern will, stellt sich ihnen Colonel Nicholson in den Weg. Der starke Anführer wurde ein Opfer des Stockholm-Syndroms und nimmt nun seine Peiniger in Schutz. Es kommt zum Kampf, einige der Retter kommen um. Zu spät erkennt Nicholson, was er getan hat und schafft es verwundet und mit letzter Kraft den Auslöser der zum Sprengstoff führt zu betätigen.

Die beiden Drehbuchautoren Carl Foreman und Michael Wilson arbeiteten nie gemeinsam an dem Drehbuch zu The Bridge on the River Kwai. Regisseur David Lean war mit der Arbeit von Foreman, der zwischen 1952 und 1958 auf der Hollywood Blacklist stand, nicht zufrieden, obwohl dieser schon 1952 mit dem Drehbuch zu High Noon sein Können unter Beweis gestellt hatte.

ImageWilson übernahm für Foreman. Auch er war zwischen 1951 und 1965 vom House Comittee on Un-American-Activities, zu Deutsch „Komitee für unamerikanische Umtriebe“, kurz HUAC, auf Hollywoods schwarze Liste gesetzt worden. Schon damals gehörte er zur Elite der Hollywood-Drehbuchautoren, mit Filmen wie It´s a Wonderful Life (1946), A Place in the Sun (1951) oder Friendly Persuasion (1956). Es folgten Klassiker der Filmgeschichte, wie Lawrence of Arabia (1962) und Planet of the Apes (1968). Wilsons Einfluss in Hollywood war groß, jedoch kostete ihn seine offene Sympathie zu kommunistischen Organisationen  lange Zeit die öffentliche Anerkennung. Um zumindest ein wenig Geld zu verdienen arbeitete er zeitweise unter dem Pseudonym „James O´Donnell“. Bei der Oscar-Nominierung zu Friendly Persuasion wurde er disqualifiziert weil sein Name nicht im Abspann vorkam.

Foreman, der lediglich unter Verdacht stand kommunistische Aktivitäten in Hollywood zu decken, wurde früher von der Liste gestrichen, ließ sich jedoch in Großbritannien nieder und arbeitete von dort aus.

Als The Bridge on the River Kwai 1958 unter anderem den Oscar für das beste adaptierte Drehbuch erhielt, ging dieser an den Autor der Romanvorlage, Pierre Boulle, der kein Wort Englisch sprach.

Durch die große Aufmerksamkeit die der Film, mit seinen insgesamt sieben erhaltenen Oscars (Bester, Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller, Bestes – adaptiertes- Drehbuch, Beste Kamera, bester Schnitt und Beste Musik), auf sich zog, konnte auch die Entstehungsgeschichte nicht ewig vertuscht werden. Der unrechtmäßige Entzug der Anerkennung der künstlerischen Leistung der beiden Drehbuchautoren war nachdem sie von der Blacklist gestrichen worden waren eine untragbare Haltung – was natürlich nicht bedeutet, dass es zuvor der Fall gewesen wäre. Es lag wohl an der Umstrukturierung politischer Belange die dem Druck der Öffentlichkeit und der Medien nicht mehr standhalten konnte, warum es zu einer Thematisierung und Klärung kam.

Erst 1984 erhielten Foreman und Wilson die ihnen gebührende Anerkennung durch eine Richtigstellung der Academy, jedoch kam diese für beide Autoren postum. Später veröffentlichte Versionen des Films beinhalten die korrekte Namensnennung.

Literatur:

Booker, Keith M.: Historical Dictionary of American Cinema. Lanham, Maryland:Scarecrow Press Inc., 2011; S.137

Georgakas, Dan: The Hollywood Blacklist. In Modern American Poetry, University of Illinois Press. 1992, http://www.english.illinois.edu/maps/mccarthy/blacklist.html ; Zugriff am 22.01.2013

McBride, Joseph: A Very Good American. The undaunted artistry of blacklisted screenwriter Michael Wilson. 2002, http://marlowesghost.com/yahoo_site_admin/assets/docs/Microsoft_Word_-_A_Very_Good_American.5371929.pdf ; Zugriff am 22.01.2013

Eintrag zu Carl Foreman auf IMDB: http://www.imdb.com/name/nm0286025/ ; Zugriff am 23.01.2013

Eintrag zu Michael Wilson auf IMDB: http://www.imdb.com/name/nm0933858/?ref_=fn_al_nm_2 ,  Zugriff am 23.01.2013

Eintrag zu The Bridge on the River Kwai auf IMDB: http://www.imdb.com/title/tt0050212/?ref_=sr_1 ; Zugriff am 23.01.2013

Autor: Matthias Mayr 0846728

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